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Workshop: Laut gegen Gewalt

16.03.11 - Sascha Valentin, Hinterländer Anzeiger:

Wenn Mobiltelefone Schaden anrichten


Medienpädagogen klären Mittelpunkschüler über Gefahren von Handys auf

Steffenberg-Niedereisenhausen (val). Im Rahmen der Aktionswoche „Laut gegen Gewalt“ haben vier Mitarbeiter des Instituts für Medienpädagogik in Frankfurt die Schüler der achten Klassen an der Mittelpunktschule Steffenberg über eine unterschätzte Gefahr in der Hosentasche aufgeklärt: Handys! Medienpädagogen sensibilisieren Schülerinnen und Schüler der 8. Klassen Denn so hilfreich die vielen Situationen auch sein mögen, so viel Schaden können sie auf der anderen anrichten, wie Andreas Lange, Xenia Likai, Dominique Antrate Rosa und Gisa Simmler erklärten. Als eines der bekanntesten Beispiele führten die so genannte „Happy Slapping“ an. Hinter diesem Begriff verbergen sich Videoaufnahmen von Angriffen auf andere Schüler, bei denen diese unvermittelt und ohne Grund geschlagen werden. Was als dummer Scherz in England begann, sei ganz und gar nicht zum Lachen, erklärte Lange. „Entdeckt ein Lehrer ein solcher Video auf eurem Handy, müsste er es eigentlich zur Anzeige bringen“, fügte er hinzu, um den Ernst der Lage zu verdeutlichen.
Auch auf den großen Videoportalen im Internet wie etwa YouTube gebe es eine entsprechende Funktion. Über einen einfachen Klick können Nutzer Videos mit gewaltverherrlichenden, sexuellen oder rechtsextremen Inhalten bei den Betreibern des Portals melden. Daraufhin werden diese Aufnahmen gesperrt. Gewalt muss aber nicht immer körperlich sein. Mittels Handy lasse sich auch eine psychische Gewalt ausüben, wie die vier Medienpädagogen anhand eines kurzen Films zeigten. Dabei machen einige Schüler von einem unbeliebten Jahrgangskameraden verfängliche Fotos mit dem Handy und laden diese ins Internet. Daraufhin stößt derjenige nur noch auf Ablehnung, wird gemobbt und geschnitten. „Sowas ist kein Kavaliersdelikt, sondern kann ernste Folgen haben“, betonte Lange. Es gebe sogar Fälle, bei denen sich Jugendliche deswegen das Leben genommen haben.
Um den Schülern aber nicht nur mit dem erhobenen Zeigefinger zu drohen, zeigten ihnen die vier Experten auch Möglichkeiten des kreativen Einsatzes von Handys. In kleinen Gruppen sollten sich die Achtklässler Geschichten ausdenken, die sie dann mit der Videokamera ihres Handys in Szene setzen sollten. Die Ergebnisse seien spannend und witzig und die Jugendlichen haben ihre Phantasie nutzen können, betonte Andreas Lange. So bekomme das Spiel mit dem Mobiltelefon auch wieder einen Sinn.Tim Debus zeigt, dass sich Handys nicht nur zum „Happy Slapping“-Filmen eigenen, sondern ebenso für den kreativen Einsatz ambitionierter Hobbyfilmer.